Etappe 2: Mittel- und Nordschweden

 

  • 10 Tage
  • ca. 1.500 km
  • heiß bis 33 Grad
  • 4 Unterkünfte
  • Strecke: Vimmerby, Stockholm, Härnösand, Dorothea, Kittelfjell

Unsere Ostseeumrundung begann mit der Erkundung Südschwedens bereits sehr eindrucksvoll, wie ich es bei der Schilderung der 1. Etappe versucht habe, in Worte und Bilder zu fassen. Entsprechend gespannt waren wir auf die Hauptstadt Stockholm und Mittelschweden. Wir, das bin ich, die Exsozia Ulla auf meiner weißen Yamaha MT07 und mein Partner Thomas mit seiner roten Goldwing.

So ging es also nach ausgiebigem Genuss des Landlebens in Südschweden in die über 2 Millionen Metropole Stockholm. Und die hatte es in sich! Wir entschieden uns, die Stadt zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden. Die Motorräder standen sicher am Hotel außerhalb, denn in der Stadt gibt es kaum Motorrad-Parkplätze bzw. ist das Parken zeitlich sehr beschränkt.

Auf der Taxifähre vor Stockholm

Die meisten Wege legten wir aber mit dem Taxi-Fährboot zurück, sehr angenehm bei der Hitze in diesem Jahrhundertsommer 2018. Mit einem Tagesticket kann man alle Verkehrsmittel, auch die Fährboote, günstig nutzen. (rund 11 Euro pro Person, reduziert 7 Euro)

Vergnügungspark auf der Insel Skansen

So auch die Fähre auf die Insel Skansen, wo ein riesiger Vergnügungspark die Herzen der Kinder und Erwachsenen höher schlagen lässt. Direkt nebenan liegt das Museum der legendären Pop-Gruppe ABBA. Der Eintrittspreis von 25 Euro ist allerdings recht heftig.

Da besuchten wir doch lieber das VASA-Museum. (Eintritt 13 Euro) Das originale 61 Meter lange Prachtschiff aus dem 17. Jahrhundert ist mächtig imposant! Es sank leider wegen falscher Konstruktion bei der Jungfernfahrt noch im Hafen.

VASA-Museum
Schloss Drottningholm

Der nächste Ausflug ging mit dem Boot über den Mälarsee zum Königlichen Schloss Drottningholm. Hier wohnt die königliche Familie. Trotzdem dürfen ein Teil des Schlosses sowie der Park besichtigt werden.

Es wurde ganz schön heiß bei all den Besichtigungen. Schließlich hatten wir in dem ungewöhnlich heißen Sommer oftmals Temperaturen von über 30 Grad. Seit über drei Monaten hatte es in manchen Gegenden nicht mehr geregnet. Leider kam es daraufhin zu etlichen Waldbränden, sogar am Polarkreis. Wir selber bekamen davon Gott sei Dank auf unserer Fahrt nichts mit.

Auch das Motorradfahren war für uns teilweise sehr strapaziös. Die Kleidung klebte oft am Körper und die Füße brannten. Daher nutzten wir die zahlreichen Seen zur Abkühlung nach einem heißen Motorradtag. Ganz viele Campingplätze liegen an Seen oder Flüssen, beziehungsweise haben einen eigenen kleinen Badesee. Herrlich!

Überhaupt ist das Landesinnere von Schweden eine immense Seenlandschaft. 9 Prozent der Fläche des Landes besteht aus Wasser (in Deutschland sind es 1,9 Prozent), 54 Prozent sind Wälder. Ein See ist schöner als der andere. Daher lautete der häufigste Satz über unsere Helmkommunikation: „Guck mal, ein See!“ Und der zweithäufigste: „Stop mal! Foto!“

Und hier ein kleiner Tipp: Das Landesinnere von Schweden kann man auch noch anders erkunden als auf motorisierten Zweirädern: Wanderer, Fahrradfahrer, Eisenbahnfreunde und Genießer kommen mit der „Inlandsbanan“ voll auf ihre Kosten. Der „Wildniszug“ fährt über 1.300 Kilometer von Kristinehamn im Süden bis Gällivare im Norden. Man kann die ganze Strecke fahren oder einzelne Abschnitte.

Inlandsbanan

Häufig hält der Zug auch an Campingplätzen. Daher kann man schon mal vom Motorrad ab- und in den Zug einsteigen für einen Tagesausflug hin und zurück.

Ach ja, und dann gibt es ja noch die Straßen. Fast alle sind in einem top Zustand, sogar die kleinsten. Die größeren sind die E’s, die zum Motorradfahren allerdings oft etwas eintönig sind. Kleinere Straßen bieten dagegen häufig entspanntes Kurvenschwingen.

Da so gute Straßen instand gehalten werden müssen, gibt es schon mal eine Baustelle. Die kann auch länger sein. So hieß es, 15 Kilometer Schotterfahrt mit teilweise recht tiefem Schotter. Für Straßenmaschinen kein wirkliches Vergnügen. Dagegen waren die Pistenfahrten auf kleinsten Straßen im Norden eher geschenkt.

Schließlich ging es hinauf ins nordwestliche Bergland Schwedens, in unserem Fall ins Marsfjäll. Hier trifft man nicht mehr viele Autos auf den Straßen.

Und nochmals wurde uns klar, wie viel Wasser es in Schweden gibt. Da kann man einfach nicht widerstehen! Wassersport war angesagt! Während ich mit dem Kanu fuhr, probierte Thomas sein Wasser-Motorrad aus. Da staunt Ihr, was?

 

Leider hieß es langsam „Adjö, Sverige!“ sagen, denn nun wartete Norwegen auf uns. Ein größerer Abstecher bei unserer Ostseeumrundung war angesagt. Davon beim nächsten Mal mehr. Aber nach Schweden werden wir sicher nochmals reisen!

Marsfjäll

 

Und weiter geht es nun nach Norwegen zu den Lofoten.

Norwegen >

 

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