Etappe 3: Norwegen

  • 10 Tage
  • ca. 1.100 km
  • bestes Wetter bis 29 Grad
  • 8 Unterkünfte
  • Strecke: von Kittelfjäll/Schweden über das Marsfjäll, Hattfjelldal/Norwegen, Korgen, Mo I Rana, Küstenstraße Nr. 17, Saltstraumen, Bodø, Lofoten, Narvik, Kiruna

Rote Häuser von Halsa

Weiter geht’s mit meinem Bericht von der Ostseeumrundung, die erweitert wurde durch einen größeren Abstecher nach Norwegen zu den Lofoten. Doch erst mussten wir natürlich die Grenze zwischen Mittelschweden und Norwegen überschreiten. Wir, das sind mein Partner Thomas auf seiner Goldwing und ich, Exsozia Ulla, auf meiner Yamaha MT07.

Hier entschieden wir uns, nicht über eine eher unspektakuläre E in Richtung Nordwesten zu fahren sondern von Kittelfjäll in Schweden über das Marsfjäll nach Hattfjelldal (Norwegen) und Korgen eine kleine, aber gut befahrbare weiße Straße zu nehmen. Dieser Abschnitt ist Teil des länderübergreifenden „Sagenwegs“.

Fast ständig fährt man am Wasser entlang, sei es an wilden Flüssen oder kleinen und großen Seen. Unter anderem sieht man den drittgrößten See von Norwegen, den Røssvatnet-See. Allerdings machte sich in diesem Jahr auch hier die außergewöhnliche Hitze und Trockenheit bemerkbar: Der See hatte einen extrem niedrigen Wasserstand. Weiter ging es durch das romantische Røssåga-Tal mit tollen Ausblicken.

Brücke über das Rossaga-Tal
Abendstimmung am Rana-Fjord

Dieses grandiose Tal führt spektakulär zur norwegischen Provinz Norland an der Nordatlantik-Küste und damit zum ersten Fjord unserer Reise, den Ranafjord. In der Bucht von Mo-I-Rana wurde schon deutlich: Wir sind nicht die einzigen Reisenden in Norwegen. Wer ab 17 Uhr keine Unterkunft besaß, hatte ein Problem.

Auf dem Weg nach Bodø zum Fähranleger der Lofotenfähre wählten wir statt der vielbefahrenen E 6 die Helgeland-Küstenroute (Straßen 12 und 17) mit überwältigenden Fotomotiven und kleineren Fährpassagen.

Helgeland

In Saltstraumen bestaunten wir pünktlich zum Gezeitenwechsel den Mahlstrom, den größten Gezeitenstrom der Welt. Dann cruisten wir weiter auf der herrlichen Küstenstraße in Richtung Bodø.

Dort nahmen wir die 11 Uhr-Fähre nach Moskenes auf die Lofoten. Mehrmals am Tag setzt hier die Fähre auf die Insel über; die Fahrdauer beträgt dreieinhalb bis vier Stunden. Ein Motorrad mit einer Person kostet 36 Euro. Als Motorradfahrer darf man übrigens an der Warteschlange vorbei nach vorne fahren! Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, die An- oder Rückfahrt auf die Inseln mit einer Fähre zu tätigen, da es auf den Lofoten kaum Rundstrecken gibt. So hat man Zeit genug, in die kleinen Seitenstraßen abzubiegen, die man dann allerdings zurück fahren muss. Das ganze Gebiet besteht aus mehreren Inselgruppen, so auch den Ofoten und den Vesterålen, die mit zahlreichen Brücken und kleineren Fähren verbunden sind.

Lofoten

Gleich nach Moskenes ging es links ab nach Å, einem ehemaligen Fischerort mit exklusiv sanierten Rorbuer-Häusern, also Stelzenhäusern über dem Meer. Diese Unterkünfte haben allerdings einen sehr stolzen Preis. Und von der ehemaligen Idylle ist dort angesichts des Touristenrummels nicht mehr viel übrig gebliebenen. Beschaulicher dagegen die weniger  bekannten Fischerdörfchen Nusfjord und Ballstad.

Man darf sich nichts vormachen: Auf den Lofoten ist man nicht alleine. So kann die Durchgangsstraße, die E 10, streckenweise stark befahren sein. Wir wählten für eine Etappe daraufhin die kleinere Straße 815, wo wir fast alleine fuhren und tolle Aussichtspunkte genossen. Der touristische Betrieb sorgte auch dafür, dass wir nur mit ausgiebiger Suche Unterkünfte fanden, die zudem recht teuer waren. Entschädigt wurden wir allerdings immer wieder durch tolle Panoramen.

Lofoten
Lofoten

Ein Höhepunkt war der nördlichste Punkt unserer Reise in Bremnes auf der Insel Hinnøya, fast am 69. Breitengrad. Auch hier war es richtig warm mit 28 Grad und die Sonne schien sensationell. Nachts wurde es nicht dunkel nur etwas dämmrig.

Mein Fazit über die Lofoten: Eine traumhafte Gegend, immer wieder neue Blicke, im Jahr 2018 sensationelles, allerdings nicht übliches Wetter, häufig entspannte gute, kleine Straßen zum Motorradfahren, leider ein wenig überlaufen. Wir sind auf jeden Fall froh, dass wir bei unserer Reise um die Ostsee diesen Abstecher genommen haben. Aber jetzt hieß es: Auf nach Finnland!

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